Workshops und Fortbildungsangebote

Autorin: Judith Hoffmeier

Um Potenziale und Herausforderungen von Computerspielen beurteilen und abwägen zu können, ist es wichtig und notwendig, sich intensiver mit diesen Aspekten auseinanderzusetzen. Dies sollte unter anderem durch Information und Wissenserwerb durch das eigenständige Ausprobieren der Spiele geschehen. Für solche Zwecke bieten sich medienpädagogische Workshops an. Diese Workshops können sowohl für pädagogisch Verantwortliche als auch für SchülerInnen unterschiedlichen Alters konzipiert und durchgeführt werden. Wichtig bei der Konzeption ist es immer, Vorwissen, Spielerfahrungen sowie Erwartungen der Zielgruppe zu kennen und zu berücksichtigen. Beim Einsatz von Computerspielen sind die PädagogInnen in der Verantwortung, auf die Bestimmungen des Jugendmedienschutzes und besonders auf die Einhaltung der gesetzlichen Altersbeschränkungen zu achten. Übergeordnetes Ziel aller Workshops ist die Vermittlung von Medienkompetenz. Die Teilnehmenden lernen nicht nur verschiedene Computer-, Konsolen- und/oder Onlinespiele kennen, sondern können weiteres Hintergrundwissen zu Themen wie beispielsweise Spiele-Genres, Jugendmedienschutz oder Faszinationskraft von Computerspielen erwerben. Außerdem werden die Teilnehmenden durch angeleitetes Spielen dazu befähigt, Computerspiele selbstständig zu beurteilen, einzuordnen und im Alltag zu thematisieren. Lehrenden und anderen pädagogisch Verantwortlichen wird ebenfalls die Möglichkeit geboten, Computerspiele im Rahmen der pädagogischen Arbeit einzusetzen. Wichtiger Bestandteil der Workshops sollte die eigene Spielerfahrung sein. Dass heißt, es sollte ein ausgesuchtes und an der Zielgruppe des jeweiligen Workshops orientiertes Angebot an Computerspielen geben. Dauer und Umfang eines Workshops sind variabel. Idealerweise sollte ein Workshop genügend Zeit bieten, sich sowohl theoretisch als auch praktisch (spielend) mit dem jeweiligen Thema auseinanderzusetzen. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass die Zeit besonders im Bereich der Schülerworkshops eng begrenzt ist. Volle Lehrpläne und enge Schuljahresplanungen machen mehrtägige Veranstaltungen, die wünschenswert wären, nur schwer umsetzbar. Dennoch sollten Mindestanforderungen gelten, die einen für alle Beteiligten erfolgreichen Workshop ermöglichen.

Medienkompetenz

Medienkompetenz bezeichnet die Fähigkeit, Medien und ihre Inhalte den eigenen Zielen und Bedürfnissen entsprechend zu nutzen. Nach Bernd Schorb umfasst Medienkompetenz die Dimensionen Wissen, Bewerten und Handeln. Neben einem grundlegenden Orientierungswissen sind also vor allem die Fähigkeiten zur kritischen Reflexion sowie zum selbstbestimmten Handeln essentiell.

Handlungsorientierte Medienpädagogik

Handlungsorientierte Medienpädagogik ist neben der Bewahrpädagogik und der Bildungstechnologischen Medienpädagogik eine der gegenwärtigen Hauptströmungen der Medienpädagogik. Entstanden ist sie in den 80er Jahren des 20. Jahrhundert auf Basis der Überlegungen der Kritischen Theorie und der Frankfurter Schule. Die Handlungsorientierte Medienpädagogik betont vor allem die Bedeutung des Handeln, also des aktiven Tuns, und der tätigen Aneignung der Umwelt durch den Menschen (unter anderem mittels Medien). Medienpädagogische Praxis, die handlungsorientiert geprägt ist, schafft als Räume für handelndes Lernen und authentische Erfahrung. Sie spricht dem Menschen einen großen Handlungsspielraum zu und fördert die Autonomie, Kritik- und Reflexionsfähigkeit der Menschen, nicht nur bezüglich ihres individuellen Medienhandelns.

Zu diesen Anforderungen zählt unter anderem ein vertretbarer Betreuungsschlüssel. Es ist davon auszugehen, dass sowohl theoretischer Input als auch Gruppenarbeiten und besonders die Spielstationen eine intensive und zum Teil individuelle Betreuung nötig machen. Die Zahl der TeilnehmerInnen sollte demnach nicht zu hoch sein bzw. sollte das pädagogische Personal angepasst werden. Eine durchschnittliche Schulklasse mit einer Klassenstärke von 30 SchülerInnen sollte demnach von mindestens vier PädagogInnen betreut werden. Eine weitere wichtige Mindestanforderung stellt die zur Verfügung stehende Zeit für den Workshop dar. Hierbei ist darauf zu achten, dass das zu behandelnde Thema zum zeitlichen Rahmen im Verhältnis steht. Je umfangreicher und intensiver ein Themenaspekt behandelt werden soll, desto länger die Workshopdauer. Für die Spielphase sollte ebenfalls ausreichend Zeit eingeplant werden, da sie den Kern einer Veranstaltung darstellt.

"Idealer Workshop-Ablauf"

Voraussetzung einer pädagogischen Nutzung von Computerspielen ist die aktive Auseinandersetzung mit Spielen. Sinn eines Workshops für Lehrende und andere pädagogisch Verantwortliche ist es, Glaubwürdigkeit zu erreichen. Glaubwürdig sind Lehrende dann, wenn sie Interesse zeigen, an dem, was SchülerInnen spielen und nachfragen, statt mit Abstand zu urteilen. Ein Perspektivwechsel und die unvoreingenommene Selbsterfahrung bringen die Lehrenden und deren SchülerInnen näher zusammen und fördern den Dialog.

Die ComputerSpielSchule Leipzig bietet Workshops und Projekte zu verschiedenen Themen aus der Welt der Computerspiele an. Die vielfältigen Aspekte bei der Auseinandersetzung mit Computerspielen ermöglichen abwechslungsreiche Workshops und kreative Umsetzungsmethoden. Je nach Zielgruppe (SchülerInnen, Lehrende, Eltern etc.) und Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel Zeitbudget oder technische Ausstattung, können Konzepte angepasst und optimiert werden.

Workshops:

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