6.2 Organisation und Verwaltung

AutorInnen: Claudia Philipp, Judith Hoffmeier, Johannes Pelka

KooperationspartnerInnen

Es ist von Anfang an notwendig und ratsam, KooperationspartnerInnen zu finden und diese am Aufbau und der Organisation der ComputerSpielSchule zu beteiligen. So können Arbeits- bzw. Aufgabenbereiche aufgeteilt werden. Mögliche KooperationspartnerInnen finden sich beispielsweise bei der Stadtverwaltung, den Landesmedienanstalten und Hochschulen. Die Stadtverwaltung könnte bei der Standortsuche helfen und bei Aspekten wie Miete oder Nebenkosten Unterstützung bieten. Für die Landesmedienanstalten ist Medienkompetenzförderung ein Teil ihrer Aufgabenbereiche. Hieraus könnte sich eine Zusammenarbeit ergeben, indem entsprechende Veranstaltungen geplant und angeboten werden. Universitäten und Hochschulen können als Unterstützung bei einer wissenschaftlichen Begleitung bzw. Forschung dienen und bieten außerdem die Möglichkeit, passendes Personal zu beziehen - zum Beispiel in Form von Praktika oder als Hilfsangestellte. Aber auch PartnerInnen aus der freien Wirtschaft sind hilfreich. Hier sind besonders Elektronik- und Spielfachmärkte wichtige UnterstützerInnen für die Beschaffung von Hard- und Software. In Leipzig konnten auf Grund der Tradition der Games Convention bzw. Games Convention Online gute Kontakte zur Spiele-Branche geknüpft und gepflegt werden. Die Bemusterung der ComputerSpielSchule Leipzig mit Technik und Spielen durch die PublisherInnen selbst stellt einen großen Vorteil dar. Es birgt allerdings einen großen Verwaltungs- und Zeitaufwand, diese Kontakte aufzunehmen bzw. zu halten. Der Kontakt zu regionalen PartnerInnen lässt sich einfacher gestalten und umsetzen, denn auch persönliche und direkte Kontakte sind möglich. Außerdem besteht die Möglichkeit, potenziellen KooperationspartnerInnen die Räumlichkeiten direkt zu zeigen und das Konzept dahinter verständlich zu erklären. Eine Zusammenarbeit mit anderen medienpädagogischen Vereinen und Projekten - besonders natürlich der ComputerSpielSchulen miteinander - ist ebenfalls von großem Vorteil. Hier stehen Erfahrungsaustausch und gegenseitige Hilfestellung im Vordergrund.

Zusammenarbeit der ComputerSpielSchulen

Der ComputerSpielSchule Leipzig ist es ein besonderes Anliegen, ein Netzwerk verschiedener ComputerSpielSchulen aufzubauen und zu pflegen. Die Idee des generationsübergreifenden gemeinsamen Spielens und der handlungsorientierte Ansatz der medienpädagogischen Begleitung sollten eine Gemeinsamkeit aller ComputerSpielSchulen sein. Ein Netzwerk aller bestehenden ComputerSpielSchulen bietet viele Vorteile - so können Kontakte und Ideen ausgetauscht oder gemeinsame Veranstaltungen geplant und durchgeführt werden. Auch gegenseitige Unterstützung und Zusammenarbeit bei Forschungsvorhaben und medienpädagogischen Projekten, aber auch die gemeinsame Organisation von KooperationspartnerInnen sind wichtige Aspekte dieses geplanten Netzwerkes. Eine Verknüpfung der ComputerSpielSchulen kann sowohl durch einen gemeinsame geplanten Webauftritt als auch einen gemeinsam gestalteten Flyer umgesetzt werden. So können die Gemeinsamkeiten und das Leitbild gut der Öffentlichkeit vermittelt werden, indem das Netzwerk dahinter ersichtlich wird. Damit kann auch dem Wunsch der InitiatorInnen nachgekommen werden, unter dem Dach der „Marke“ ComputerSpielSchule die verschiedenen einzelnen Schulen zu verbinden, vorzustellen und als Einheit zu kommunizieren.

Messen, Schulen, PraxispartnerInnen

Für die medienpädagogische Arbeit der ComputerSpielSchule Leipzig haben sich Kontakte zu Schulen und anderen Bildungseinrichtungen bewährt. Das wachsende Medienangebot und das damit einhergehende Informationsbedürfnis vieler PädagogInnen, Eltern und Heranwachsenden sind Ansatzpunkte für Workshops, Elternabende und andere Veranstaltungen. Die Stadtverwaltungen bieten vollständige Listen aller Schulen, Kindergärten und soziokulturellen Einrichtungen an. Eine Kontaktaufnahme sollte immer damit beginnen, die Grundidee der ComputerSpielSchule vorzustellen und auf das medienpädagogische Angebot einzugehen. Aussagekräftige und informative Flyer und Kontaktwege (wie z.B Emailadresse, Telefonnummer, AnsprechpartnerInnen) zur ComputerSpielSchule sollten ebenfalls nicht fehlen. Wenn möglich, sollten persönliche Gesprächstermine mit den LeiterInnen und DirektorInnen der potentiellen Kooperationseinrichtungen vereinbart werden. Die Planung von themenspezifischen Elternabenden oder Workshops für die SchülerInnen bieten einen guten Einstieg für die Zusammenarbeit und öffnet die Wege für weitere Veranstaltungen. Auch die SeniorenInnen-Einrichtungen und Volkshochschulen bieten Perspektiven für Veranstaltungen. Messen und ähnliche Veranstaltungen bieten die Möglichkeit, sich als medienpädagogisches Projekt zu präsentieren und potenzielle BesucherInnen zu informieren und zu gewinnen. Darüber hinaus ergeben sich möglicherweise Kontakte zu hilfreichen Institutionen oder Unternehmen. Hierbei sollte beachtet werden, dass das Thema der Veranstaltung mit dem Leitbild der ComputerSpielSchule vereinbar ist. So war die ComputerSpielSchule Leipzig schon auf der Buchmesse in Leipzig und Frankfurt vertreten, auf der Modell-Hobby-Spiel in Leipzig, auf der Gamescom in Köln oder der Didacta in Hannover.

GamesCom 2011 in Köln
Buchmesse in Leipzig

Anforderungen an das Personal, Aufgabenbereiche und Personalakquise

Die Organisation und Leitung einer ComputerSpielSchule bedarf vor allem (medienpädagogisch) geschulten Personals. Grundlegend sollte eine nötige Affinität zum Thema Computerspiele bestehen und auch eigene Spielerfahrungen sind von großem Vorteil. Nicht nur, weil so eher das notwendige Wissen vorhanden ist, sondern auch um Authentizität herzustellen. Aber auch die Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen und zwischen den Generationen vermitteln zu können, sind Voraussetzungen. Die Aufgabenbereiche in einer ComputerSpielSchule erstrecken sich von der Betreuung der BesucherInnen während der Öffnungszeiten über die Konzeption, Organisation und Durchführung von Workshops, Elternabenden und Veranstaltungen; die Erledigung verwaltungstechnischer Aufgaben; die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit; die Betreuung der Förderer und die Beschaffung von Fördergeldern bis hin zur Akquise und Betreuung von Personal. Für die tägliche Betreuung der Öffnungszeiten sollten optimaler Weise drei MitarbeiterInnen zur Verfügung stehen. Die medienpädagogische Orientierung und Arbeit der ComputerSpielSchule macht es notwendig, stetig entsprechend geschulte MitarbeiterInnen zu gewinnen und auszubilden. Bei der ComputerSpielSchule Leipzig bestand schon lange vor der Idee und Gründung der ComputerSpielSchule eine Arbeitsgemeinschaft, die sich aus interessierten und vor allem spielenden Studierenden der Universität Leipzig rekrutierte. Innerhalb des Lehrstuhls für Medienpädagogik und Weiterbildung, aber auch bei verwandten Studienrichtungen wurde diese Arbeitsgemeinschaft immer wieder an neue, interessierte Studierende herangetragen, um neue MitstreiterInnen zu finden. Auch die Erziehungswissenschaften, andere pädagogisch orientierte Studienrichtungen und technisch ausgerichtete Studiengänge wurden einbezogen. So fanden auch Studierende der Medientechnik der HTWK Leipzig Zugang zum Projekt der ComputerSpielSchule. Universitäten und Hochschulen aller Art eignen sich ideal zur Akquise von Personal bzw. MitarbeiterInnen. Auch das Angebot von Praktika für Studierende und SchülerInnen öffnet potentiellen neuen MitarbeiterInnen den Weg in das Projekt ComputerSpielSchule.

Öffentlichkeitsarbeit

Für eine öffentlichkeitswirksame Positionierung der ComputerSpielSchule als medienpädagogisches Projekt bedarf es aussagekräftiger und informativer Werbe- und Informationsmaterialien. Darin sollte das Konzept der ComputerSpielSchule, ihre (medien)pädagogischen Ziele und Arbeitsweisen, aber auch das Angebot der (täglichen) Öffnungszeiten und möglichen Workshops u.a. prägnant erklärt werden. Auch ein Web-Auftritt ist sinnvoll, um BesucherInnen und Interessierte zu informieren. Ein individueller Auftritt mit den regionalen Besonderheiten, Angeboten und Schwerpunkten ist dennoch empfehlenswert, um sich selbst zu etablieren und eigenständig arbeiten zu können. Dazu bietet sich beispielsweise ein Content Management System an. Dieses bietet einfache Strukturen, ermöglicht die individuelle Vergabe von Rechten sowie einen leichten Einstieg in die Handhabung der Software. Außerdem macht es schnelle Änderungen und Aktualisierungen möglich. Auch ein Auftritt in Sozialen Netzwerken ist von Vorteil, um das Projekt zu präsentieren und Interessierte stetig mit aktuellen Informationen auf dem Laufenden zu halten. Zudem sollten öffentliche Veranstaltungen im Rahmen der Pädagogik, der Medienpädagogik, der Computerspielbranche usw. genutzt werden, um das Projekt vorzustellen und als Experte auf diesem Gebiet zur Verfügung zu stehen.

Flyer CSL
Flyer CSL

Corporate Identity und Corporate Design

CSL Logo Leipzig
CSL Logo Greifswald

Für das Projekt ComputerSpielSchule Leipzig wurden von der Werbeagentur „Transmedial“ eine Corporate Identity (CI) und ein Corporate Design (CD) mit hohem Wiedererkennungswert, entwickelt. Bei der Gestaltung des Logos wurde von Beginn an darauf geachtet, dass es durch kleine gestalterische Abwandlungen, beispielsweise farbliche, für weitere ComputerSpielSchulen nutzbar ist (BILDER). Auf diese Weise ist sowohl eine individuelle Note für jede ComputerSpielSchule möglich, aber die Zusammengehörigkeit aller ComputerSpielSchulen ist dennoch erkennbar. Die Wort- und Bildmarke „ComputerSpielSchule“ wurde über das Patentamt geschützt und darf nicht von anderen AnbieterInnen ohne Rücksprache mit dem Trägerverein „mediaLEpraxis e.V.“ in gleicher oder ähnlicher Form genutzt werden. Bei der Entwicklung wurde zudem darauf geachtet, dass das Logo für die verschiedenen Zwecke (verschiedene Werbemittel, wie z.B. Buttons, Aufkleber, Luftballons) und auch in einer einfarbigen Variante ansprechend aussieht. Es wurde ein CI und CD erarbeitet, welches an weitere ComputerSpielSchulen angepasst werden kann. Um einen gemeinsamen Auftritt aller ComputerSpielSchulen gewährleisten zu können, ist es daher empfehlenswert, die Angebote und Erfahrungen der Werbeagentur zu nutzen, sodass ein gemeinsamer und dennoch individueller Auftritt realisiert werden kann. Die ersten Absprachen erfolgen über die AnsprechpartnerInnen des Trägervereins "mediaLEpraxis e.V."