Mittelfristige Ebene

Autor: Falk Dietrich

Nachfolgend werden Beispiele zur Qualitätssicherung und -entwicklung beschrieben, die sich mittelfristig (taktisch) auf die Arbeit der nächsten Wochen und Monate beziehen. Dabei werden die auf der langfristigen Ebene erstellten Konzepte durch konkrete Aktionen umgesetzt.

Es werden im Folgenden regelmäßige und anlassbezogene Treffen beschrieben.


Regelmäßige Treffen

CSL-Teamsitzungen

Alle MitarbeiterInnen der ComputerSpielSchule Leipzig treffen sich zu einem festen monatlichen Termin (monatliche Teamsitzungen). In ca. zwei Stunden werden vergangene und zukünftige Ereignisse und Veranstaltungen besprochen.

Monatliche Teamsitzungen


Rollen während der Teamsitzung:

  • Leitung der CSL
  • MitarbeiterInnen der CSL
  • ModeratorIn
  • ProtokollführerIn

Ablaufplan:

  • Begrüßung
  • Vorstellung der Agenda
  • Rückblick auf vergangene Ereignisse und Veranstaltungen;

    je Veranstaltung
    • grundlegende Infos zu Zielen, Inhalten, Rahmenbedingungen und Methoden
    • Frage an Personen, die teilgenommen haben: „Was lief gut?“, „Was lief nicht gut?“
    • Rückmeldungen (ehemals Teilnehmende)
    • Diskussion zu Konsequenzen für die Zukunft (alle)
  • Vorschau auf zukünftige Ereignisse und Veranstaltungen;
    
je Veranstaltung
    • grundlegende Infos zu Zielen, Inhalten, Rahmenbedingungen und Methoden
    • kurze inhaltliche Diskussion zu Veranstaltung
    • organisatorische Absprachen 
(Wer hat Interesse? Wer hat Zeit? Wer wird VeranstaltungsorganisatorIn? Wann gibt es für dieses Projekt das nächste Treffen?)
  • Sonstiges (alle noch offenen Themen), z. B:
    • grundsätzliche medienpädagogische Fragen
    • Trends und Entwicklungen
    • weitere organisatorische Absprachen
  • Teilnahmeabfrage und ggf. Terminplanung für nächstes Teamsitzung

Das Protokoll der monatlichen Teamsitzung wird allen (auch den nicht Anwesenden) per E-Mail zugesandt.

Neben den monatlichen Teamsitzungen in großer Runde besprechen einzelne Untergruppen regelmäßig organisatorische und fachspezifische Themen, z. B.:

  • wöchentliche Treffen der Leitung der ComputerSpielSchule Leipzig
  • wöchentliche Treffen der Personen, die dauerhaft während der Öffnungszeiten vor Ort sind (das sind ca. 20 Prozent der CSL-MitarbeiterInnen)
  • vierteljährliche Treffen der Personen, die sich mit der Auswahl und Anschaffung neuer Computerspiele und Medien beschäftigen
  • halbjährliche Treffen der Personen, die sich mit internen und externen Weiterbildungen für die CSL-MitarbeiterInnen beschäftigen.

Anlassbezogene Treffen

Veranstaltungen mit Sonderstatus

Es gibt Veranstaltungen, die im Umfang oder Bedeutung (Außenwirkung) ungewöhnlich sind bzw. in ihrer Art das erste Mal durchgeführt werden. Diese Veranstaltungen haben einen Sonderstatus und werden zusätzlich auf mittelfristiger Ebene vor- und nachbereitet. Unter anderem werden dabei gesonderte Vor-Ort-Recherchen und Auswertungstreffen durchgeführt.

Vor-Ort-Recherchen


Sollten Veranstaltungen nicht in den eigenen Räumlichkeiten stattfinden und die örtlichen Gegebenheiten unbekannt sein, ist eine Vor-Ort-Recherche im Vorfeld dringend geboten.

Die Erfahrung haben gezeigt, dass z. B.

  • der Veranstaltungsort überraschend schwer zu finden bzw. zu erreichen ist
  • von den Auftraggebenden zugesicherte technische Infrastruktur nicht verfügbar ist bzw. nicht wie erforderlich funktioniert (fehlende Computer, gesperrte Internetseiten, AdministratorIn ohne Rechte usw.)
  • eigene erste Planungen nicht realisierbar sind (kein Stromanschluss in der Nähe, kein UMTS-Empfang, bauliche Gegebenheiten erschweren Gruppenarbeit usw.)
  • erst im persönlichen Gespräch die späteren tatsächlichen AnsprechpartnerInnen der Auftraggebenden bekannt werden und ggf. abweichende inhaltliche und organisatorische Bedingungen stellen.

Die Vor-Ort-Recherche erfahrener CSL-MitarbeiterInnen gibt wertvolle Hinweise zur inhaltlichen und organisatorischen Planung (einschl. für "Plan B" und "Plan C").

Die Vorbereitung der CSL-MitarbeiterInnen erfolgt unter anderem in speziell angepassten Workshops, die sich an die Gestaltung des beschriebenen Awareness-Trainings anlehnen. Dabei werden Besonderheiten der Veranstaltung (z. B. Zielgruppe, örtliche und technische Voraussetzungen) thematisiert.

Die Nachbereitung von Veranstaltungen mit Sonderstatus erfolgt durch eigene Auswertungstreffen. Diese gehen im Umfang über die ohnehin nach jeder Veranstaltung durchgeführte Reflexion und Auswertung hinaus. Zwischen auszuwertender Veranstaltung und Auswertungstreffen sollten mindestens zwei Wochen, höchstens jedoch vier Wochen liegen. Dadurch wird erreicht, dass einerseits die vergangenen Erlebnisse mit genügend (emotionalem) Abstand und andererseits mit nicht zu vielen Erinnerungslücken betrachtet werden.

Auswertungstreffen


Rollen während des Auswertungstreffens:

  • Leitung des Treffens 
(neutrale Person, muss nicht an der auszuwertenden Veranstaltung teilgenommen haben)
  • Teilnehmende 
(Personen, die an der auszuwertenden Veranstaltung teilgenommen haben)

Detaillierter Ablaufplan inkl. Arbeitsmaterialien:

  • Begrüßung und Vorstellung der Agenda [ca. 5 Minuten]
  • Nochmalige Würdigung der organisatorischen Leitung für die geleistete Arbeit während der auszuwertenden Veranstaltung, ggf. ergänzende Informationen
  • Gruppenbildung (ca. 3 bis 6 Personen je Gruppe) [ca. 5 Minuten]
  • Ausgabe und Bearbeitung der Arbeitsaufträge und Fragebogen
zum Thema „Rückblick und Rückmeldungen“ [ca. 45 Minuten]
  • Bestückung der Galerie [ca. 5 Minuten]
(Gruppen, die ihre Arbeitsaufträge fertig gestellt haben, hängen ihre Ergebnisse an gut zugängliche Stellen im Raum auf)
  • Rundgang durch Galerie [ca. 30 Minuten]
(Alle Teilnehmenden haben die Möglichkeit, sich frei in der Galerie zu bewegen und alle Ergebnisse in Ruhe durchzulesen und in kleinen, sich zwanglos bildenden Gruppen zu diskutieren.)
  • Pause [ca. 15 Minuten]
  • Ausgabe und Bearbeitung der Arbeitsaufträge und Fragebogen
zum Thema „Persönliche Arbeitsweisen und Empfehlungen“ [ca. 20 Minuten]
  • Bestückung der Galerie [ca. 5 Minuten]
  • Rundgang durch Galerie [ca. 20 Minuten]
  • Pause [ca. 10 Minuten]
  • Abschluss und Fazit im gemeinsamen Plenum
    • Was wurde evtl. nicht aufgeschrieben und ist noch zu bemerken?
    • Hinweis, dass Arbeitsergebnisse allen zur Verfügung gestellt werden
    • Hinweis, dass die organisatorische Leitung die Arbeitsergebnisse analysiert und ggf. Vorschläge zu weiteren Maßnahmen unterbreitet
    • Angebot zu weiteren individuellen Rückmeldungen

Die Leitung des Auswertungstreffens stellt die Arbeitsergebnisse für alle in den Arbeitsaufträgen benannten Personengruppen zur Verfügung. Diese erarbeiten bei Bedarf in jeweils eigenen Sitzungen Maßnahmen für das weitere Vorgehen.

Einarbeitungskonzept

Neuen MitarbeiterInnen wird grundsätzlich eine organisierte Einarbeitungszeit ermöglicht. Aus diesem Grund gibt es verschiedene Sonderregelungen und anlassbezogene Treffen. Unter anderem wird darauf geachtet, dass neue MitarbeiterInnen

  • notwendige Belehrungen und Einweisungen erhalten
  • die Aufbau- und Ablauforganisation sowie alle Räumlichkeiten der ComputerSpielSchule Leipzig kennenlernen
  • für ihre Arbeit notwendige Strukturen, Prozessen und Tätigkeiten kennenlernen
  • immer mit und unter der Leitung von erfahrenen MitarbeiterInnen arbeiten
  • zusätzliche Beratungsangebote zur Klärung inhaltlicher und organisatorischer Fragen wahrnehmen und
  • sich bei Problemen jederzeit an eine Vertrauensperson außerhalb des eigenen Teams wenden können.

Kollegiale Beratungen

Allen MitarbeiterInnen der ComputerSpielSchule Leipzig steht es frei, kollegiale Beratungen in Anspruch zu nehmen. Dabei geht es z. B. um Fragen zu pädagogisch-didaktischen Handlungsalternativen bei schwierigen Rahmenbedingungen.

Im Kontext komplexer und kritischer Situationen hat sich in der ComputerSpielSchule Leipzig eine weniger streng strukturiert Variante der kollegialen Beratung etabliert.

Kollegiale Beratungen


Rollen während der kollegialen Beratung:

  • beratungssuchende Person (situativ gleichzeitig ModeratorIn und BeraterIn)
  • BeraterInnen (situativ gleichzeitig ModeratorInnen)

In einer Gruppe von ca. fünf sich gleichgestellter MitarbeiterInnen trägt eine Person ihre Fragen, Probleme bzw. ihre „Fälle“ vor. Gemeinsam werden diese analysiert und von unterschiedlichen Standpunkten aus betrachtet. Ziel ist es, eine Lösung zu finden sowie von- und miteinander zu lernen und sich gegenseitig zu unterstützen.

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