Kurzfristige Ebene

Autor: Falk Dietrich

Nachfolgend werden Beispiele zur Qualitätssicherung und -entwicklung beschrieben, die kurzfristig (operativ) meist auf konkrete Veranstaltungen bezogen sind.

Öffnungszeiten vorbereiten, durchführen und nachbereiten

Die Öffnungszeiten der ComputerSpielSchule Leipzig sind in ihrer Aufbau- und Ablauforganisation, ihren Strukturen, Prozessen und Tätigkeiten detailliert geregelt. Weiterführende Hinweise finden sich dazu im Kapitel „5.2 Konkrete didaktische Konzepte / Umsetzung in der CSL“.

Veranstaltungen vorbereiten, durchführen und nachbereiten

Unabhängig von Art oder Umfang der Veranstaltung werden bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung selbst gesetzte qualitative Mindestanforderungen umgesetzt.

Vorbereitungsphase – Mindestanforderungen:

  • gemeinsame Besprechung der Veranstaltungsleitung
  • Austausch und Diskussion zu
    • Zielgruppen
    • zu erreichenden Lernzielen
    • Inhalten
    • Rahmenbedingungen
    • Methoden
  • schriftliche Erstellung
    • Strukturaufriss (Ziel, Inhalt, Methode)
    • Kommunikationsplan (Erreichbarkeiten)
    • Verantwortlichkeiten (wer macht was bis wann)
    • Materialliste (was ist mitzubringen bzw. noch zu besorgen)
    • Terminplan (wann und wo nächstes Treffen)
  • Vor-Ort-Recherche bei unbekannten Rahmenbedingungen

Lernziele


Der Ausgangspunkt für alle weiteren Überlegungen ist die Aufstellung von Lernzielen, welche die Teilnehmenden nach der zu planenden Veranstaltung erreicht haben sollen. Ohne festgelegte Lernziele ist es aus pädagogisch-didaktischer Sicht nicht möglich, Entscheidungen zu Inhalten und Methoden zu treffen. Dieser Ansatz unterscheidet die ComputerSpielSchule Leipzig von vielen anderen Angeboten. 

Das selbstständige Spielen am Computer, die angeleitete Recherche auf Onlineportalen, das Lehrgespräch zu neuesten technischen Entwicklungen – alles das hat einen Grund: das Erreichen eines vorher festgelegten Lernziels.

Je mehr Informationen über die Zielgruppe bekannt sind, desto besser lassen sich geeignete Lernziele formulieren. Vereinfacht ausgedrückt: Es werden Lernziele nacheinander in Stufen erreicht (Lernziel-Taxonomie). Ausgehend von der Kenntnis, welches Lernziel bereits erreicht ist, sollte das anzustrebende Lernziel auf der nächstgelegenen höheren Stufe liegen. Darunter würde es zu einer Unterforderung, darüber zu einer Überforderung der Teilnehmenden führen. Benjamin BLOOM und später David KRATHWOHL entwickelten dazu die nachfolgend aufgeführten Stufenmodelle.

Lernziele im kognitiven Bereich
LZ kogniziver Bereich.png




Lernziele im affektiven Bereich


LZ affektiver Bereich.png




Lernziele im psychomotorischen Bereich


LZ psychomotorischer Betreich.png

Strukturaufriss




Der Strukturaufriss ist das zentrale Planungsinstrument und -dokument für sämtliche Veranstaltungen der ComputerSpielSchule Leipzig. Diesem Dokument kann der gesamte Aufbau und Ablauf einer Veranstaltung entnommen werden. 

Unter anderem ist daraus ersichtlich, welche (Z)iele durch welche (I)nhalte und welche (M)ethoden umgesetzt werden. Daher wird der Strukturaufriss umgangssprachlich auch „ZIM-Papier“ genannt. Das Dokument enthält bis ins kleinste Detail Informationen, was wann wie durch wen und mit welchen Materialien getan wird. Ebenso sind darin ggf. formulierte mündliche Arbeitsanweisungen, interne Hinweise und geplante Pufferzeiten zu finden.


Durchführungsphase – Mindestanforderungen:

  • Die Veranstaltungsleitung trifft sich mind. eine halbe Stunde vor Beginn der Vorbereitungsarbeiten (Puffer I).
  • Sämtliche Vorbereitungsarbeiten sind eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn fertig zu stellen (Puffer II).
  • Jede Veranstaltung beginnt mit der
    • Begrüßung der Teilnehmenden
    • Vorstellung der ComputerSpielSchule Leipzig und der Veranstaltungsleitung
    • Übersicht zum geplanten Ablauf 
(eine Agenda ist dabei immer schriftlich zu erstellen und permanent sichtbar im Raum zu belassen).
    • Zeitüberschreitungen sind nicht auf Kosten der geplanten Pausen zu kompensieren.
  • Es wird „auf gleicher Augenhöhe“ und wertschätzend mit den KollegInnen und Veranstaltungsteilnehmenden zusammengearbeitet.
  • Bei allen Situationen und Handlungen gilt als Maßstab das Leitbild der ComputerSpielSchule Leipzig.
  • Jede Veranstaltung endet mit
    • Fazit und Ausblick
 (einschl. Angebot zur weiteren Unterstützung mit Angabe von Kontaktdaten)
    • Rückmeldungen der Teilnehmenden zur Qualität der Veranstaltung 
(schriftliche oder mündliche Evaluation) und
    • der Verabschiedung der Teilnehmenden.

Nachbereitungsphase – Mindestanforderungen:

  • Nach Veranstaltungsende und notwendiger organisatorischer Nacharbeiten (z. B. Aufräumen) tauschen sich die MitarbeiterInnen gemeinsam über ihre Erlebnisse und Erfahrungen aus (Reflexion). Dafür sind bereits in der Planung mindestens 30 Minuten vorzusehen.
  • Nach spätestens einer Woche wird eine schriftliche Zusammenfassung der Veranstaltung erstellt. Darin werden unter anderem folgende Punkte festgehalten:
    • Besonderheiten vor Ort
    • erhebliche Abweichungen vom Strukturaufriss (Hintergründe)
    • Rückmeldungen der Teilnehmenden
    • Was sollte bei ähnlichen Veranstaltungen in Zukunft beibehalten werden?
    • Was sollte bei ähnlichen Veranstaltungen in Zukunft geändert werden?
  • Im Rahmen der nächsten monatlichen Teamsitzung wird eine kurze Zusammenfassung gegeben.
  • Die Leitung der ComputerSpielSchule Leipzig ist verantwortlich dafür, dass neue Erkenntnisse auf langfristiger Ebene berücksichtigt werden.
  • Die an der Veranstaltung teilgenommenen MitarbeiterInnen der ComputerSpielSchule Leipzig sind verantwortlich dafür, dass neue Erkenntnisse auf mittel- und kurzfristiger Ebene berücksichtigt werden.

nächste Seite