Fazit und Ausblick

Autor: Falk Dietrich

Im vorangegangenen Kapitel wurden vor allem konkrete Maßnahmen zur Qualitätssicherung und -entwicklung an der ComputerSpielSchule Leipzig vorgestellt.

Bei der Anpassungen und Weiterentwicklungen für andere Organisationen sollten nachfolgende Grundforderungen berücksichtigt werden:

  • Ziele festlegen:
    • Leitziele und Qualitätsziele entwickeln
    • ohne Ziele sind keine weiteren Schritte möglich
    • Ziele in Teilziele und diese wiederum in Aufgaben untergliedern („operationalisieren“) und damit handhabbar und überprüfbar gestalten
  • Alltägliche Arbeit im Detail beschreiben:
    • konkrete Aufgaben und konkrete Handlungen dokumentieren: „Was genau ist zu erledigen?“, „Durch wen genau?“, „Bis wann genau?“ usw.
    • Aufbau- und Ablauforganisation, Strukturen, Prozessen und Tätigkeiten bis in notwendige Details beschreiben: Neue MitarbeiterInnen ohne Vorkenntnisse sollten sich auch allein anhand der organisationsinternen Dokumentationen erarbeiten können, was genau von Ihnen erwartet wird
  • Soll und Ist vergleichen:
    • Der Soll-Zustand von Strukturen, Prozessen und Tätigkeiten sollte dokumentiert werden (für alle Beteiligten transparent und von diesen auch akzeptiert).
    • Der Ist-Zustand ist kontinuierlich zu erheben und zu dokumentieren.
    • Differenzen zwischen Soll und Ist sollten festgestellt und durch geeignete Maßnahmen verringert werden .
  • Bewährtes belassen, Verbesserungsbedürftiges verändern:
    • Lob ist ebenso wichtig wie Kritik
    • nicht alles anders und nicht alles auf einmal machen
    • „Das Bessere ist der Feind des Guten“: ja, aber auf Ressourcen achten und Prioritäten setzen
    • „Zu viel Verwaltung ist auch der Feind des Guten“: so viel Verwaltung wie nötig, so wenig wie möglich
    • Kreislauf von (1) Planung → (2) Durchführung → (3) Auswertung → (4) Dokumentation → (5) Verbesserung → (1) … usw. einhalten
  • Balance zwischen „Sicht auf das Ganze“ und „Spürsinn für entscheidende Details“:
    • bewusst und mit Abstand zwischen beiden Sichtweisen wechseln
    • zwischen langfristigen, mittelfristigen und kurzfristigen Ebenen unterscheiden
  • Kontinuierlich arbeiten:
    • Qualitätssicherung und -entwicklung ist ein Prozess, der nicht als Zertifikat plakativ an der Wand befestigt, „abgehakt“ und danach vergessen werden kann.
    • Nur „gelebte“ kontinuierliche Verbesserungsprozesse ermöglichen qualitativ hochwertige Arbeit und damit für alle Beteiligten höhere Zufriedenheit und Motivation.

"SMARTE" Ziele


Ziele, Teilziele bzw. Aufgaben sollten „SMART“ gestaltet sein:

  • S – spezifisch
    
(eindeutig definiert und so präzise wie möglich, nicht vage)
  • M – messbar
    
(im pädagogischen Kontext ist das oftmals nicht ohne Weiteres möglich, hier gilt es, ggf. „um die Ecke zu denken“: nicht 100prozentig geeignete indirekte Messbarkeitskriterien sind besser als keine)
  • A – akzeptiert
    
(von allen Beteiligten akzeptiert und angemessen)
  • R – realistisch
    
(möglich und erreichbar)
  • T – terminiert
    
(klare Terminvorgabe, bis wann das Ziel erreicht sein muss)

Links

Literatur

  • Hüther, J. & Schorb, B. (2010) (Hrsg.). Grundbegriffe Medienpädagogik (5. Auflage). München: kopaed.
  • Knoll, J. (2007). Kurs- und Seminarmethoden (11. Auflage). Weinheim: Beltz.
  • Löwe, H. & Dietrich, F. (2007). Medienpädagogisches Arbeiten auf der Games Convention Family: Die pädagogisch-didaktische Unterstützung von Medienkompetenzentwicklung. Eine Untersuchung zur Schaffung von Arbeitsmaterial für ein Awareness-Training. Ein Beitrag für mehr Multiperspektivität. Unveröffentlichte Magisterarbeit, Universität Leipzig. Verfügbar unter http://www.fdkm.net/materialien/medienpaedagogik/magisterarbeit_loewe_dietrich_leseversion.pdf
  • Müller, K. R. (2010). Kurs- und Seminargestaltung (6. Auflage). Weinheim: Beltz.
  • Nuissl, E. (2006) (Hrsg.). Vom Lernen zum Lehren. Lern- und Lehrforschung für die Weiterbildung. Bielefeld: Bertelsmann.
  • Prorektorat für Lehre und Studium der Universität Leipzig in Verbindung mit der Geschäftsstelle Evaluation und dem Lehrstuhl für Erwachsenenpädagogik. (2001) (Hrsg.). Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung an der Universität: Das Leipziger Modell. Lehrberichtsverfahren. Qualitätsmanagement. Tutorenqualifizierung. Verfügbar unter http://www.uni-leipzig.de/~erwbild/flash/das_leipziger_modell.pdf
  • Sächsisches Staatsministerium für Kultus. (2006) (Hrsg.). Das Qualitätsmanagementsystem QESplus: Informationen und Erfahrungsberichte für potenzielle Anwender. Verfügbar unter http://www.weiterbildung.sachsen.de/download/download_smk/br_qes.pdf
  • Schell, F., Stolzenburg, E. & Theunert, H. (1999) (Hrsg.). Medienkompetenz. Grundlagen und pädagogisches Handeln. München: kopaed.
  • Schewior-Popp, S. (2005). Lernsituationen planen und gestalten. Stuttgart: Thieme.
  • Schnebel, S. (2012). Professionell beraten. Beratungskompetenz in der Schule (2. Auflage). Weinheim: Beltz.
  • Schratz, M., Iby, M. & Radnitzky, E. (2012). Qualitätsentwicklung. Verfahren, Methoden, Instrumente. Weinheim: Beltz.
  • Strahm, P. (2008). Qualität durch systematisches Feedback. Grundlagen, Einblicke und Werkzeuge. Bern: Schulverlag plus AG.